PAMOJA - GEMEINSAM - Verein für int. Zusammenarbeit
PAMOJA - TOGETHER - Association for Intl. Cooperation

Reisebericht 2013

Aufgrund einer mangelhaften Kommunikation mit PIUMA hat Pamoja beschlossen die Selbsthilfegruppe in Bulongwa, Tansania, zu besuchen, um sich ein Bild von der konkreten Situation vor Ort zu machen. Wolfgang Rausch, Obmann von Pamoja, reiste daher vom 29.7.2013 bis zum 16.8.2013 nach Tansania.

 

Der Besuch PIUMAs ergab, dass die Gruppe mittlerweile sehr inaktiv ist und der aktuelle Vorstand seine Aufgaben weitgehend unerfüllt lässt. Die Vorstandsmitglieder engagieren sich vermehrt in anderen politischen und zivilgesellschaftlichen Organisationen oder müssen für ihren Unterhalt sorgen, sodass sie ihre Aufgaben innerhalb PIUMAs nicht mehr wie erforderlich erfüllen. Auch Pamojas Projekt für die medizinische Versorgung der PIUMA-Mitglieder, das vom Consolata Hospital Ikonda durchgeführt wird, wurde in Folge weit weniger in Anspruch genommen als möglich gewesen wäre.
Es war zu beobachten, dass das Vertrauen der Mitglieder in den Vorstand gering ist und die Gruppe in einige wenige aktive Kleingruppen zerfällt.

Am Montag, den 5.8.2013, wurde eine Generalversammlung von PIUMA einberufen. Von mehr als 150 Mitgliedern der Selbsthilfegruppe waren 25 Mitglieder anwesend. Themen dieser Sitzung waren die Kommunikation innerhalb der Gruppe, die Kommunikation mit dem Verein Pamoja und den aktiven Unterstützern von PIUMA, die medizinische Versorgung durch das Consolata Hospital in Ikonda und die Buchhaltung von PIUMA, welche zuletzt für das Rechnungsjahr 2010 an Pamoja übermittelt wurde. Mehrere telefonische als auch schriftliche Anfragen seitens Pamojas, die Belege für die Rechnungsjahre 2011 und 2012 zu übermitteln, blieben unbeantwortet. Positiv kann jedoch der Umstand bewertet werden, dass die Belege auffindbar und vor Ort archiviert waren. Die Belege wurden mittlerweile an Rayben Sanga, den Wirtschaftstreuhänder PIUMA’s, und an Gottfried Mernyi, den Kassier Pamojas, zur Prüfung übermittelt.

Trotz der bedauerlichen Entwicklungen wird PIUMA im Bezirk Makete nach wie vor als starke Organisation in Kampf gegen HIV/AIDS angesehen. Aufklärung über HIV/AIDS wird weiterhin durch die aktiven Mitglieder der Selbsthilfegruppe betrieben und die Tatsache, dass HIV-positive Menschen in der Gesellschaft dieselbe Arbeit leisten wie Nicht-Infizierte, hat zur Folge, dass HIV/AIDS kein Tabuthema mehr ist.

Am Donnerstag, den 8.8.2013, fand eine Vorstandssitzung von PIUMA statt. Die Themen Buchhaltung, medizinische Versorgung, Menschenrechte, Gruppendynamik, Kommunikation und Wirtschaftsprojekte wurden hier konkretisiert.

 

Buchhaltung:    Wie gehabt ist für eine Überweisung vom Treuhandkonto an PIUMA eine korrekte Buchhaltung von PIUMA vorzuweisen. Die Buchhaltung wurde von den Jahren 2011 und 2012 nachgereicht und wird derzeit überprüft. Bis zum Zeitpunkt des positiven Abschlusses der Buchhaltung wird kein Geld von Pamoja überwiesen.

 

Medizinische Versorgung:   Die medizinische Versorgung ist durch das Consolata Hospital in Ikonda gewährleistet. Das Behandlungsschema wurde auf alle Arten der Therapie (einschließlich Operationen) erweitert. Der Transfer zum Consolata Hospital Ikonda muss von der Selbsthilfegruppe selbst getragen werden und  wird bei korrekter Buchhaltung von uns rückfinanziert. Ob die Gruppe in der Lage ist, den Transfer ihrer Mitglieder ins Krankenhaus effektiver zu administrieren als bisher, bleibt noch abzuwarten.

 

Menschenrechte:   Aufgrund der Menschenrechtsverletzungen im Bulongwa Lutheran Hospital gegen die HIV-positive Bevölkerung im Ort haben wir mit PIUMA über die Möglichkeit eines Gerichtsverfahrens gegen die Verursacher gesprochen. Einige Mitglieder sind von der Idee überzeugt die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und wir prüfen derzeit die Möglichkeiten dies umzusetzen.

 

Gruppendynamik:   Die Selbsthilfegruppe PIUMA funktioniert als Großgruppe schlecht, deswegen haben wir darauf aufmerksam gemacht, dass die Kleingruppen (Dorfgemeinschaften) von PIUMA ebenso bei Entscheidung für die Großgruppe aktiv sein sollen. Das wurde bis jetzt nicht praktiziert.

 

Kommunikation:   Die Kommunikation in der Gruppe selbst war zuletzt unzureichend. Auch die Tatsache, dass viele Mitglieder der Selbsthilfegruppe ein eigenes Mobiltelefon besitzen, hat daran nichts geändert. Wir haben darauf hingewiesen, dass die Mitglieder miteinander sprechen sollen, um Missverständnisse zu bereinigen.
Die Kommunikation mit dem Verein Pamoja ist hauptsächlich über Internet möglich, da Telefonanrufe aus Tansania für die Mitglieder zu teuer sind. PIUMA besitzt derzeit keinen Internetanschluss. Eine Lösung für dieses Problem ist mobiles Internet, welches von der Selbsthilfegruppe zur Verfügung gestellt werden soll. Auch die laufenden Kosten sollen von PIUMA getragen werden und sind für diese auch finanzierbar.
Die Kommunikation mit Freunden und Unterstützern der Selbsthilfegruppe vor Ort klappt hingegen gut.

 

Wirtschaftsprojekte:   Einige Kleingruppen von PIUMA praktizieren seit Jahren landwirtschaftliche Projekte (SILC – Saving and Internal Lending Communities) mit großem Erfolg. Die Selbsthilfegruppe PIUMA möchte weitere Kleingruppen diesbezüglich unterstützen. Derzeit befindet sich Pamoja in einem Diskussionsprozess, ob diese landwirtschaftlichen Projekte von  Pamoja unterstützt werden sollen.

 

Die Zusammenarbeit mit PIUMA beruht auf einer unterstützenden Basis. Da in letzter Zeit von der Selbsthilfegruppe nur wenig Initiative ausgegangen ist und wir nicht in grundlegende Mechanismen der Selbstverwaltung eingreifen können, müssen wir, falls auch in naher Zukunft keine Kommunikation von PIUMA selbst aufgebaut wird, unsere Unterstützung grundlegend überdenken. Auch eine Beendigung der Zusammenarbeit mit PIUMA kann derzeit nicht ausgeschlossen werden.

 

Wien, am 29.09.2013

Wolfgang Rausch,
Obmann Pamoja-Gemeinsam

All News
Visit our partners
Petition

Make Accountability on Delivery the theme of AIDS 2012!

SIGN NOW!
Support Pamoja
My status
Find Us On Facebook
Latest Tweets